domingo, 15 de diciembre de 2013

Cidade de deus. Kamera rewiew

Regie: Fernando Meirelles
Cinematography: César Charlone

Nominated: best Cinematography academy awards

Cidade de Deus ist ein roher, gewaltätiger und direkter Film. Ich habe diesen Film wegen seiner visuellen Stärke und fotographischen Ästhetik ausgewählt, um ihn zu kameratechnisch zu analysieren.
Die Handlung entwickelt sich in einem Armenviertel in Rio de Janeiro, Brasilien, zeitlich bewegt sich das geschehen zwischen den 60er und 70er Jahren. Die Erzählung ist nichtlinear und fängt mit zu Samba-Rhythmus schnell wechselnden fixen Einstellungen an.

Messer und Musikinstrumente vermischen sich mit Tanzschritten bis als erster Charakter ein erschrockenes Huhn auftaucht, das um sein Leben läuft. Es wird von einer der in den 70er Jahren gefährlichsten brasilianischen Gang verfolgt. Dieses Huhn bringt uns zu dem Hauptcharakter der Geschichte, Buscapé. Beide, Huhn und zukünftiger Fotograph, befinden sich mitten in einer Straßenschlacht zwischen Polizei und der Gang, angeführt von Zé Pequenho. Diese circa fünfminütige Anfangssequenz geben uns eine klare Idee über den Verlauf der Handlung und der Gesamtästhetik des FIlms. Die 60er Jahre haben im Film eine warme Farbe, mit wenig gesättigten Farben. Gelb, Braun und Schwarz kontrastieren mit der weißen oder hellfarbigen Kleidung der Bevölkerung und mit dem wolkenlosen, hellen aber dennoch grauen Himmel. Es gibt wenige Kamerabewegungen. Der Montagerhythmus wird mit der Handlung schneller, aber die Einstellungen selbst bleiben ruhig, wobei die Kamera durchaus interessante Positionen einnimmt, z. B. die Sequenz vom Gaslieferwagen oder die Kugel, die gegen ein Autospiegel prallt.
Es gibt stille Momente, wie z. B. das erste Motel-Massaker, die Verfolgungsjagd im Dschungel oder der Anfang der ersten Liebesgeschichte, wo sich die Kamera langsam hin und her oder vor und zurück bewegt. Der Rhythmus dieses ersten Teiles ist viel ruhiger; es zeigt ein -trotz der Gewalt- beschauliches Leben, dadurch ruft es den Eindruck vor, es gebe Hoffnung. Die 70er Jahre haben sattere, kontrastreichere Farben. Blaue und grüne Farbtöne stehen hervor, das Rot ist eher ungesättigt. In diesem zweiten Teil gibt es mehr Kamerabewegungen, welche mit dem Rhythmus und der dargestellten Gewalt zunehmen. Die Häufigkeit einer umherirrende Handkamera nimmt zu; viele Einstellungen sind sehr groß, mit wenig Schärfentiefe. Es gibt Totale, die ganze Geschichten erzählen, dabei helfen Überblendungen den Lauf der Zeit zu verdeutlichen. Während die Handlung voranschreitet werden die Einstellungen immer konfuser, wie z. B. die Benutzung des Zooms beim Koksen oder der bekannte “Matrixeffekt”. Diese plötzlichen harten Bewegungen stehen einigen Slow Motion Einstellungen gegenüber. Der letzte Teil des Filmes hat einen überwiegend grünen Farbton. Der Rhythmus verlangsamt sich ein wenig vor dem Sturm, aber die einzelnen Einstellungen haben viel Bewegung in sich oder sind nie ganz still.

Die Straßen werden aufsichtig gezeigt, dagegen ist die Kamera bei den Massakern fast immer untersichtig, sehr subjektiv. Der Tod Ze Pequenho’s ist aus dem Blickwinkel der Fotokamera von Buscapé gefilmt. In Wirklichkeit hat auch Alexandre Rodrigues, der Schauspieler der Buscapé verkörpert, diese Szene gedreht.

 Diego Gómez Tibocha
 besonderen Dank an: Hanna, Lena, Sandra und Amanda.

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